Liebe Elsy,
drei Jahre lang warst du Teil unserer Tierheimfamilie, drei Jahre, in denen wir gehofft haben, dass dir jemand noch mal ein Zuhause schenkt. Am Ende sollte es nicht so sein und das Tierheim wurde dein Zuhause.
Du warst eine freundliche und verkuschelte Hündin, unser großer Schmusebär, beliebt bei allen Pflegern und Gassigehern.
Jeden Morgen warst du eine der Ersten, die wir begrüßt haben, durch deine doch recht lange Krankenakte brauchtest du regelmäßig Medikamente. Jeden Morgen freutest du dich über die kleine Extraportion Futter, in der wir deine Tabletten versteckt hatten, denn Fressen war eine deiner großen Leidenschaften.
Du wusstest immer ganz genau, was du wolltest und hast dir deine Hundekumpels genau ausgesucht. Nachdem dein langjähriger Freund Eric sein eigenes Zuhause fand, zogst du mit Riff zusammen und ihr wurdet ein tolles Team.
In den letzten Monaten wurden deine Gassirunden kürzer, die Arthrose machte dir schwer zu schaffen, ebenso das warme Wetter der letzten Wochen. Aber du warst weiter fröhlich, hattest richtig lustige Momente und auch Spielphasen. Oft bist du gekommen und hast uns mit deiner Pfote angetippt, dann wussten alle: Jetzt muss erst mal gestreichelt werden.
Regelmäßig mussten wir ein Blutbild machen lassen, wegen deiner erhöhten Schilddrüsen- und Nierenwerte, aber mit Spezialfutter und Medikamenten haben wir die Werte gut in den Griff bekommen. Doch beim letzten Blutbild vor zwei Wochen der Schock: Deine Leberwerte waren plötzlich auffällig, wir untersuchten weiter und machten auch einen Cushing-Test, aber auch dieser war negativ. Nach Absprache mit unserem Tierarzt bekamst du nun zusätzlich noch einen Leberschutz, da es dir sonst weiter gut ging.
Dienstagmorgen hast du uns dann aber gezeigt, dass du nicht mehr kannst, du wolltest nicht raus und hast dich nach kurzer Strecke hingelegt. Wir fuhren direkt zum Tierarzt unseres Vertrauens, dort stellte sich zusätzlich ein Perikarderguss am Herz heraus. Wir konnten nichts mehr für dich tun und mussten dich gehen lassen. Eine deiner Pflegerinnen und eine deiner Lieblings-Gassigeherinnen waren bei dir und haben dich auf dem letzten Weg begleitet. Wir wussten zwar, dass deine Zeit endlich ist, aber trotzdem ging es am Ende so verdammt schnell und dein Tod hat uns eiskalt erwischt.
Wir bleiben mit einem riesengroßen Loch in unseren Herzen zurück und so ganz begreifen können wir immer noch nicht, dass du nicht mehr da bist.
Mach‘ es gut, Elsy, und vergiss‘ bitte nie: Auch ohne eigenes Zuhause hattest du im Tierheim viele Menschen, die dich geliebt haben.
Anka
für das gesamte Team der Wau-Mau-Insel